Situation im nördlichen Stadtgebiet
Größere Einschränkungen ergeben sich jedoch durchgängig für das nördliche Stadtgebiet. Besonders im Bereich der quartären Hochterrasse, wo aufgrund der geringen Grundwassermächtigkeiten nur ein reduziertes Grundwasservolumen existiert. Örtlich können durchaus Grundwassermächtigkeiten von nur wenigen Dezimetern vorliegen oder sogar kein Grundwasser vorhanden sein.
Verantwortlich hierfür sind die wasserundurchlässigen Bodenhorizonte aus feinsandigen, bindigen Schichten die als Grundwassersohle (Stauer) bezeichnet werden. Diese sehr festen Schichten – sie sind an ihrer bläulichen Färbung zu erkennen – treten in manchen Bereichen teilweise stark an die Oberfläche und verringern oder verdrängen somit die grundwasserführenden Schichten. Liegen generell geringe Grundwassermächtigkeiten vor, so kann es in trockenen Perioden auch zum Versiegen von Brunnen kommen.
Nach den derzeitigen Erkenntnissen sind besonders die Bereiche nördlich bis nordöstlich der Altstadt, im nordöstlichen Stadtbezirk und bereichsweise in Friedrichshofen sowie Neuburger Straße bis Gerolfinger Straße zur Grundwassernutzung nicht zu empfehlen.
Aber auch größere Grundwasserflurabstände von ca. 7 m und mehr wie z. B. in Mailing können eine Grundwassernutzung erschweren. Mit den üblichen Saugpumpen ist dort keine Grundwasserförderung mehr möglich.
Besonders schwierig sind die Bereiche zu bewerten, wo lediglich Schicht- bzw. Sickerwasser (besonders in Hanglagen) ohne nennenswerte Mächtigkeiten auftritt. Schichtwasser ist dann gegeben, wenn in bindigen Böden Schichten mit wasserdurchlässigem Material eingelagert sind. In diesen oftmals sehr dünnen Schichten fließt das Wasser ab, ohne das es von den Filterrohren der Schlagbrunnen erfasst werden kann.