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Geologische Voraussetzungen und Wasserführung

Vorbemerkung

Zum Verständnis und zur Erfassung der hydrogeologischen Situation wird nachfolgend eine kurze Beschreibung zu den einzelnen geologischen Charakteristiken des Hauptgrundwasserleiters (quartärer Porengrundwasserleiters), den nur gering wasserdurchlässigen Tertiärschichten und dem typischen Karstgrundwasserleiter in dem Karbonatgestein des Jura gegeben.

In den nachfolgenden Karten wird der Aufbau und die die räumliche Verteilung der nachfolgend beschriebenen geologischen Einheiten in Ingolstadt und seiner näheren Umgebung dargestellt.

Das Quartär

Die Oberflächengestaltung des Ingolstädter Raumes entstand erst in erdgeschichtlich jüngster Zeit, im Quartär. Entscheidend geprägt wird das Ingolstädter Becken von der Donau, die hier weitflächig ihre Terrassen- und Auensedimente hinterließ.

Im Norden des Stadtgebietes trugen auch der Augraben und der Mailinger Bach mit ihren Einsenkungen zum heutigen Landschaftsbild bei. Noch während der frühen Eiszeiten durchfloss die „Urdonau“ das Wellheimer Trockental und das Altmühltal. In der frühen Risseiszeit wurde die „Urdonau“ durch die Schutter angezapft und in ihr Tal gelenkt. Als Aufschüttung der mitgeführten Sedimente hinterließ sie während dieser Periode die Riss–Hochterrasse auf der Linie Gerolfing – Altstadt – Mailing.

Noch während der Risseiszeit durchbrach die Donau die Kalkfelsen westlich von Neuburg/Donau in einem Engtal.

In der Zeit danach bildeten sich vor allem in der letzten Eiszeit (Würm-Eiszeit) die weiten Schotterfluren der Würm–Niederterrasse zwischen Weichering, Zuchering, Seehof und Oberstimm.

In diese Niederterrasse grub sich dann der nacheiszeitliche Fluss nochmals um einige wenige Meter ein, sedimentierte auch hier Kies und Sand mit einer Auelehmdecke. Durch eine Aufeinanderfolge von Schotterablagerungen und Ausräumungen während der eiszeitlichen Kalt- und Warmzeiten und einer gleichzeitigen langsamen Eintiefung des Donautales wurde eine Terrassenlandschaft geschaffen, welche sich in 6 Terrassenstufen (siehe Tab.) unterteilen lässt.

Die Geologie ist im Detail über den Kartenviewer einsehbar.

Der ehemals weit auspendelnde Fluss, dessen Schlingen in Altwässern und verlandeten Niederungen (Lohen) zum Teil heute noch gut zu erkennen ist, musste aber den menschlichen Bedürfnissen angepasst werden und es entstand das heute auf weite Strecken begradigte Flussbett.

Die zu verschiedenen Aufschüttungsphasen des Flusses antransportierten Kiese und Sande bilden den obersten Grundwasserleiter. Auf Grund der sehr guten Durchlässigkeit und der beträchtlichen Grundwasserführung wird dieses erste Stockwerk auch Hauptgrundwasserleiter genannt. Die grundwasserführenden Sande und Kiese des oberen Grundwasserstockwerkes erreichen südlich der Donau Grundwassermächtigkeiten von 4 – 8 m. Nördlich der Donau liegen aufgrund der Höhenlagen des Tertiärs die Grundwassermächtigkeiten lediglich bei 1 – 2 m, örtlich können jedoch auch nur wenige Dezimeter oder gar kein Grundwasser vorhanden sein. Die Grundwassermächtigkeiten sind im Detail im Kartenviewer dargestellt.

 

Das Tertiär

Die Sedimente des Tertiärs , die aus Feinsedimenten wie Sand, Ton und Mergel bestehen, unterlagern die Donaukiese und bilden ein welliges Relief, das im Norden des Stadtgebietes zunehmend in Hügeln (Dachsberg) und als in Ost–West–Richtung streichende Geländerücken an die Oberfläche treten. Zu beobachten sind diese hauptsächlich westlich von Dünzlau und zwischen Augraben und Mailinger Bach sowie nördlich des ESSO - Geländes. Die Mächtigkeit der Tertiärsedimente nimmt von Süden (rd. 120 m) nach Norden ab und beträgt z. B. in Etting nur noch wenige Meter.
Die grundwasserstauenden Mergel und Feinsande des Tertiärs, die als schlechte Grundwasserleiter, bzw. als Grundwasserstauer einzustufen sind, unterlagern den oben beschriebenen quartären Hauptgrundwasserleiter.
In der Regel kann nur in sandigeren Abschnitten oder in Feinkiesschichten an der Basis der tertiären Abfolge erwähnenswerte Grundwasserführung auftreten. Im Vergleich mit dem Hauptgrundwasserstockwerk und dem Karstwasserleiter des Juras ist diese Wasserführung aber gering.

Die Tertiäroberfläche ist im Detail über den Kartenviewer einsehbar.

Der Jura

Die ältesten im Stadtgebiet anstehenden Gesteine sind die Kalk– und Dolomitgesteine des Oberen Jura (Malm). Sie treten meist kuppenartig in den Ortsteilen Oberhaunstadt, Etting und Wettstetten an die Oberfläche, tauchen dann nach Süden ab und liegen bei Winden bereits über 100 m unter Gelände. Durch eine Reihe von Wasserbohrungen wurde der obere Teil dieser bis zu 400 m mächtigen Gesteinsabfolge aus der Jurazeit erbohrt. Aus diesen verkarsteten und stark wasserführenden Gesteinen bezieht die Stadt Ingolstadt über 4 Wasserwerke nahezu 100% ihres Trinkwassers.

Die Malmoberfläche ist aus der Geologischen Karte über den Kartenviewer einsehbar.

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Kies-Sand-Gemisch des Quartärs

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