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Grundwasserflurabstandskarte

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Mittlerer Grundwasserflurabstand (MW)

Mittlerer höchster Grundwasserflurabstand (MHGW)


Vorbemerkung

Als Grundwasserflurabstand wird der lotrechte Höhenunterschied zwischen der Geländeoberfläche und dem jeweiligen Grundwasserspiegel bezeichnet (siehe Abb. Geologischer Längsschnitt).

Die Karten zeigen schematisch den Flurabstand des Grundwasserspiegels des oberen Grundwasserstockwerkes zum Zeitpunkt eines repräsentativen mittleren bzw. mittleren höchsten Grundwasserstandes. Die Mächtigkeitsunterschiede der Farbabstufungen sind in 0,5 m bis 1 m Abständen von 0 m bis > 6 m farblich abgestuft.

Die Flurabstände sind rechnerisch aus den Differenzen zwischen einem digitalen Geländemodell (DGM 2) und der Höhe des Grundwasserspiegels ermittelt worden. Die Genauigkeit der Darstellung der Flurabstände ist direkt abhängig von der Dichte des Grundwasserpegelnetzes, dem digitalen Höhenmodell und den geologischen Verhältnissen. Aufgrund dessen, sind lokal stärkere Abweichungen von den dargestellten Flurabständen möglich. Insbesondere im nördl. Stadtbereich entlang der tertiären Höhenrücken und deren Übergänge in die Talniederungen, an den Hangkanten der Hochterrasse sowie in den Bereichen wo gespannte Grundwasserverhältnissen vorherrschen, sind Ungenauigkeiten im Meterbereich nicht auszuschließen.

Beschreibung der Grundwasserflurabstandskarte

Die natürliche Topographie der Geländeoberfläche mit ihren Flusstälern, Terrassenkanten u.a. hat mit die größten Auswirkungen auf den Flurabstand, während künstliche Veränderungen wie Aufschüttungen und Abtragungen meist nur relativ geringe Höhendifferenzen und räumlich lokale, meist sogar nur punktuelle Deformationen hervorrufen.

Im Bereich der Terrassenkanten wechseln die Flurabstände, bedingt durch die Änderungen der Geländeoberfläche, besonders stark. Deutlich wird dies im Bereich von Geländekanten an Talterrassen und ehemaligen Flussschlingen wie z. B. zwischen Hagau und Zuchering, wo auf kurze Distanz erhebliche Höhensprünge von 2 bis 3 m auftreten können.

Die erdgeschichtliche Entwicklung der Donau und ihrer Nebenflüsse mit der Verlagerung von Flussschleifen und den Mäanderbildungen zeigt sich hierbei sehr deutlich in den südlichen Stadtteilen Ober- und Unterbrunnenreuth, Unsernherrn und Niederfeld mit Flurabständen von durchschnittlich 1 – 2 m. Oberflächennahe Grundwasserstände finden sich außerdem in verlandeten historischen Flussschlingen, vor allem in der Donauaue und der Sandrachniederung. Noch wesentlich geringere Grundwasserflurabstände mit zum Teil Werten unter 0,5 m sind im nördl. Stadtgebiet in den Bachniederungen von Mailinger Bach, Augraben, Retzgraben und im Schuttertal anzutreffen. Hier deuten bereits zahlreiche Flurnamen wie „Mooswiesen“, „Rohrwiesen“ oder „Bachwiesen“ auf die durch oberflächennah anstehendes Grundwasser hervorgerufene Niedermoorbildungen hin.

Sehr große Flurabstände von bis zu 8 m sind hingegen entlang der südlichen Abbruchkanten der Riss–Hochterrasse (Linie Mailing– Altstadt– südl. Klinikum) gegeben, wo das Grundwasser relativ steil nach Süden in die Donauvorländer abströmt (siehe Abb. Geologischer Längsschnitt) Aber auch im Bereich von Bahnanlagen oder Festungsbauten (Altstadtgürtel) sind aufgrund künstlicher Aufschüttungen größere Grundwasserflurabstände von 6 – 8 m zu verzeichnen.

Die Grundwasserflurabstände im Stadtgebiet sind nicht konstant, sondern ändern sich ständig. Ursache hierfür sind hauptsächlich die natürlichen jahreszeitlichen Schwankungen des Grundwassers in Abhängigkeit von den Niederschlägen. Die jahreszeitlichen Schwankungsbreiten der Grundwasserflurabstände betragen im Stadtgebiet  ca. 0,5 - 1,5 Meter. Darüber liegende Werte treten nur vereinzelt, vor allem hervorgerufen durch anthropogene Einflüsse (Bauwasserhaltungen) oder außergewöhnliche Ereignisse wie Hochwässer auf.

Der Grundwasserflurabstand hat aber auch maßgeblichen Einfluss auf die Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers. Je nach Beschaffenheit der Deckschichten können z. B. bei geringen Flurabständen Bodenverunreinigungen sehr schnell zu Beeinträchtigungen des Grundwassers führen. Planungen zu Versickerungsanlagen sind daher besonders auf das Schutzpotential des Bodens abzustimmen.

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Flurabstandskarte

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