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Trinkwasser - kommunale Wasserversorgung

Trinkwasser steht Dank eines hochtechnischen kommunalen Versorgungssystems jederzeit in höchster Qualität zur Verfügung. Nachfolgend finden Sie Informationen zur Herkunft, Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers in Ingolstadt.

Trinkwasserherkunft - Geologische Hintergründe

Die Stadt Ingolstadt liegt geologisch gesehen in der sogenannten überdeckten Zone des Karstes. Die schräg verlaufende Malmplatte des Weißen Jura taucht von Norden her abfallend etwa auf der Höhe Lippertshofen-Etting-Lenting unter die Tertiärüberdeckung, die bei Ingolstadt etwa 30 bis 80 Meter dick ist.

Für die Ingolstädter Trinkwasserversorgung wird ausschließlich Grundwasser genutzt. Die aus Feinsanden und Tonen bestehende - nur gering wasserdurchlässige Tertiärschicht - trennt die beiden Grundwasserstockwerke. Das obere Grundwasserstockwerk (Quartär) in Tiefen von 9,5 bis 13 Metern wird seit März 2010 im Wasserschutzgebiet "Buschletten" zur Trinkwassergewinnung genutzt. In dem etwa in einer Tiefe von 30 bis 80 Meter beginnenden zweiten Karstgrundwasserstockwerk sind sehr große Trinkwasservorräte vorhanden, deren Modellalter zwischen 2.500 und über 8.000 Jahre beträgt.

Wenn es gelingt, die Trinkwasservorräte im Karst in den Gewinnungs- und Einzugsgebieten der Brunnen dauerhaft vor Verunreinigung zu schützen und nicht mehr Wasser entnommen wird, als durch die Grundwasserneubildung zufließt, werden auch zukünftige Generationen in und um Ingolstadt Trinkwasser in bester Qualität zur Verfügung haben.

Grundwassergewinnung - Förderbrunnen

Aus insgesamt zehn Vertikalbrunnen (Tiefbrunnen) und 2 Flachbrunnen gewinnen die Ingolstädter Kommunalbetriebe das Grundwasser, welches Ingolstadt und die Nachbargemeinden mit Trinkwasser versorgt. Die Vertikalbrunnen erschließen das Grundwasser aus dem Karst in Tiefen von 115 bis 237 Metern, die Flachbrunnen fördern das Grundwasser aus dem Quartär in Tiefen von 9,5 bis 13 Metern.
Unterwasserpumpen fördern das Rohwasser aus der Tiefe, das anschließend über eine Rohwasserleitung zum Wasserwerk gepumpt wird.

Die unterschiedlichen geologischen Strukturen der Brunnenstandorte erfordern verschiedene Bohrtechniken. Im Ingolstädter Becken muss zunächst das erste Grundwasserstockwerk (quartäres Grundwasser) durchquert werden. Das Grundwasser der drei bis zehn Meter dicken Schicht wird noch nicht zur Trinkwassergewinnung genutzt, da es teilweise mit Nitraten und Pestiziden belastet ist. Nach einer Dichtschicht aus tertiären Feinsanden erreicht man nach ca. 30 bis 80 Metern das zweite Grundwasserstockwerk (Karstwasser). In den verkarsteten Spalten des Juragesteins sind riesige und von Menschen noch weitgehend unberührte Wassermengen seit mehr als 2.500 Jahren gespeichert.

Da die Tertiärschicht eine Ausdehnung des Karstwassers in höher liegende Schichten verhindert, steigt das Grundwasser bei Bohrungen durch Überdruck selbsttätig auf (artesischer Überdruck).

Das Schema zu den Brunnen können Sie sich in dem Schaubild Tief- und Flachbrunnen der Wasserversorgung anschauen.

Grundwasseraufbereitung

Aufgrund der hohen Qualität des geförderten Rohwassers, bedarf es in Ingolstadt nur einer geringfügigen Aufbereitung. Inhaltsstoffe, die Schäden an Rohrleitungen und Geräten verursachen oder Geschmack und Aussehen des Wassers verändern können, werden aus diesem Rohwasser entfernt. Sie können die nachfolgend beschriebenen Schritte der Aufbereitung anhand eines Schaubildes mitverfolgen.

Das Rohwasser wird aus den Brunnen zum Wasserwerk gepumpt. Dort durchläuft das Rohwasser in den Filterstraßen einen Oxidator, in dem das Wasser mit Sauerstoff vermischt wird, damit sich Eisen- und Manganflocken bilden können. Dieses angereicherte Wasser gelangt weiter zu Quarzsandfiltern. Die Eisen- und Manganflocken bleiben im Sandfilterbett hängen. Das mit Sauerstoff angereicherte Reinwasser wird anschließend zu den Trinkwasserbehältern geleitet. Die hygienische Qualität des Quartärwassers wird zusätzlich mittels einer UV-Anlage abgesichert.

Ingolstadt besitzt vier Wasserwerke, in denen das gewonnene Grundwasser aufbereitet wird. Weitergehende technische Informationen zu den einzelnen Wasserwerken und dem Hochbehälter (Zwischenspeicher) finden Sie hier.

Trinkwasserverteilung

Mittels Förderpumpen gelangt das Trinkwasser aus den Wasserwerken direkt oder indirekt über den Zwischenspeicher "Hochbehälter Hallerschlag" und das Rohrleitungsnetz zum Verbraucher. Jede Straße ist mit mindestens einer Versorgungsleitung an dieses Verteilungsnetz angeschlossen.

Die frostsicher in Tiefen zwischen 1,30 bis 1,50 Metern verlegten Rohrleitungen haben einen Durchmesser von 8 - 80 cm (DN 80-800). Um auch in höher liegenden Stadtteilen die Wasserversorgung zu sichern, beträgt der Wasserdruck 6 - 6,5 bar.

Der 1983 erbaute Hochbehälter Hallerschlag mit einem Speichervolumen von 20.000 m³ ist über eine 3.400 Meter lange Füll- und Entleerungsleitung DN 800 an die Hauptleitungen DN 700 und DN 500 zu den Wasserwerken I und III angebunden. Damit ist eine Stabilisierung der Netzdrücke und ein gutes Ausgleichen der Abgabespitzen möglich.

Für den Neubau, den Betrieb und die Wartung der Rohrnetze stehen bestens geschulte Mitarbeiter zur Verfügung.

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Grafik über den Karstgrundwasserleiter.
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Das Wasserwerk Am Augraben.
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Schema der Tief- und Flachförderbrunnen der Ingolstädter Wasserversorgung zur Förderung des Rohwassers aus dem Grundwasserstockwerken
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Tiefbrunnen 3 im Wasserwerk Gerolfinger Eichenwald.
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Filterhalle im Wasserwerk Gerolfinger Eichenwald.
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Filterkessel im Wasserwerk.
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Wasserzulauf im Trinkwasserbehälter des Wasserwerks Am Augraben.
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Wasserüberlauf im Trinkwasserbehälter des Wasserwerks Am Augraben.
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Pumpanlage im Wasserwerk.
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Grafik zum Wasserkreislauf auf der Erde.

Ansprechpartner

Hindemithstraße 30
85057 Ingolstadt
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Telefon: 0841/305-35 01
Fax: 0841/305-36 09
wasserversorgung@in-kb.de
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